Journalist

Luxus für alle

In «Sonntagsblick Magazin», Mode on 1. November 2015 at 08:08
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Designer Olivier Rousteing macht für Balmain Mode, die sich fast niemand leisten kann. Mit einer Gastkollektion für die schwedische Kleiderkette H&M soll sich das ändern.

Noch vor ein paar Jahren stand Olivier Rousteing vor H&M-Läden an, wenn die Modekette Gast-Kollektionen bekannter Designer lancierte. Ab kommender Woche hat der 29-jährige Franzose, den Balmain 2011 zum Chefdesigner ernannt hat, selber eine am Start.

Es ist das erste Mal, dass jemand wie Olivier Rousteing mit H&M zusammenspannt. Seine Entwürfe für Balmain gehören zum Teuersten, was es ab Stange zu kaufen gibt: Bis zu 20 000 Franken kann ein Kleid des Pariser Luxusbrands kosten.

Breite Schultern, hohe Taillen, breite Gürtel

Rousteing legt nun für H&M günstiger gefertigte Versionen von Frauen- und Männer-Looks neu auf. Eine Orgie aus Goldknöpfen, Leder und Satin. Partymode für «Urban Warriors», wie er es nennt.

«Jetzt hat endlich jeder die Gelegenheit, ein Stück von Balmain zu kaufen», sagt Olivier Rousteing. Das teuerste Teil aus der H&M-Kollektion, ein mit Pailletten besetztes Mini-Kleid, kostet 699 Franken. Von den zahlreichen Blazern sind die meisten ab 150 Franken zu haben. Nicht gerade ein Freundschaftspreis, werden Schnäppchenjäger denken.

Journalisten konnten sich im Vorfeld von der Qualität der Teile überzeugen, die für H&M-Verhältnisse überdurchschnittlich hoch ist. Balmain, das Original, steht für Top-Qualität. Die Lederjacken sind so schwer, dass sie einen zu Boden drücken, die Jeans so dickstoffig, dass man sie beinahe hinstellen kann – ein grosser Pluspunkt für die Marke, denn mit Innovation kann sie kaum auftrumpfen.

Im Gegenteil: Irgendwo in den 1980er-Jahren hängen geblieben, erinnert Balmain oft an die übertriebene Mode aus der Serie «Denver Clan»: breite Schultern, hohe Taillen, breite Lack-Gürtel über wallenden Gewändern, viel Orange und Braun. Wenn diese Kleider nicht aus exklusiven Materialien wie Pelz, Federn oder echten Perlen gefertigt wären, würden sie schnell einmal billig aussehen.

Wie bei der H&M-Kollabaration, wo viele der günstig gefertigten glitzernden Cocktail-Kleidchen ein wenig an Fasnacht erinnern. Besser funktionieren die schlichteren Teile der Herren-Kollektion. Auf die werden sich am Donnerstag, wenn der Startschuss fällt, auch viele Frauen stürzen. Männer, zieht euch warm an!

Ab 5. November erhältlich in ausgewählten Geschäften und online. Alle Infos: hm.com

 

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